DSL Ausbau - Informationen & Meinungen



DSL Ausbau

In Städten und Ballungsräumen sind 96 Prozent der Haushalte an das DSL Netz angeschlossen, während in ländlichen Regionen nach wie vor große Abdeckungslücken bestehen. Exakte Zahlen sind nicht verfügbar, da in der offiziell von der Bundesregierung genannten 98-prozentigen Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen alle Anschlüsse berücksichtigt sind, die eine Bandbreite von mindesten 384 KBit pro Sekunde ermöglichen. Diese sehr weite Interpretation des Begriffs „Breitband“ umfasst also beispielsweise auch ISDN-Anschlüsse mit entsprechender Kanalbündelung (6 x 64 KBit pro Sekunde).

Landesweite Statistiken über eine DSL-Verfügbarkeit liegen nicht vor, da der Ausbau Mittlerweile in mehr als 400 lokalen Projekten weitergeführt wird, die aus öffentlichen Mitteln gefördert werden. In solchen Projekten werden die Ausbaukosten teilweise durch die Kommunen getragen, die beispielsweise die Verlegung der erforderlichen Lehrrohre übernehmen. Behindert wurde dieser Ausbau dadurch, dass solche Projekte bislang nur in Kooperation mit der Deutschen Telekom durchgeführt werden konnten, da diese den Mitbewerbern den notwendigen Zugang zu den Schaltverteilern verwehrte. Die Bundesnetzagentur hatte die Öffnung des Netzes bereits angeordnet, aber eine dagegen gerichtete Klage der Telekom wurde erst am 16.11.2009 vom Verwaltungsgericht Köln abgewiesen. Damit können nun alle DSL-Anbieter lokale Ausbauprojekte durchführen, was den weiteren Ausbau erheblich beschleunigen wird. Allerdings bleibt die mangelnde Investitionssicherheit weiterhin ein Problem des weiteren DSL Ausbaus. Wer in die Erschließung eines bislang nicht ans DSL Netz angeschlossenen Raums investiert, weiß nach heutiger Rechtslage nicht, zu welchen Bedingungen er das Netz später für konkurrierende Anbieter öffnen muss.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor besteht in der für 2010 angekündigten Versteigerung weiterer Funkfrequenzen. Diese Frequenzbereiche aus der so genannten „digitalen Dividende“ (damit sind die Funkfrequenzen gemeint, die durch die Digitalisierung der Fernseh- und Rundfunkübertragungen frei geworden sind.) sind geeignet, DSL Anschlüsse auch über das Mobilfunknetz anzubieten. Hinzu kommt, dass mit LTE (Long Term Evolution) ein Mobilfunkstandard unmittelbar vor der Einführung steht, der mit Bandbreiten von 100 MBit pro Sekunde herkömmliche DSL Anschlüsse deutlich übertrifft.
Beide Entwicklungen können dazu führen, dass in vielen ländlichen Regionen ein weiterer Ausbau des Festnetzes entbehrlich wird.

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