Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind, heißt es. In Deutschland zählt die Autoindustrie zu den Schlüsselindustrien. Sie ist ein Konjunkturbarometer – in guten wie in schlechten Zeiten. Rund ums Auto heißt: In der Autobranche sind in wirtschaftlich stabilen Zeiten rund 750.000 Menschen beschäftigt und mehr als 300.000 stehen bei den Autozulieferern in Lohn und Brot. Allein in Nordrhein-Westfalen hängen etwa 200.000 Arbeitsplätze am und rund ums Auto.
Rund ums Auto hat sich Branche für Branche angesiedelt. An Autos, die in den Fabriken vom Fließband rollen, nagt irgendwann der Zahn der Zeit. Die reparaturbedürftigen Wagen landen in Autowerkstätten, wo sich Kfz-Mechatroniker um Diagnostik und Schadensbehebung kümmern. Auch in diesem Beruf hat der Computer mittlerweile Einzug gehalten. Dieser neue Beruf ist im Jahr 2003 aus den drei alten Berufen Kfz-Mechaniker, Kfz-Elektriker und Automechaniker hervorgegangen. Die Hebebühne hochfahren und einfach schrauben – das ist heute nicht mehr.
Den Service Wartung und Kleinreparatur bot früher auch jede Tankstelle an. Dort wurden außerdem Reifen verkauft und Reifen gewechselt. Heute versorgen Tankstellenpächter die Autofahrer mit Benzin, Erdgas, frischen Brötchen, Zeitungen und einer Waschanlage. Allerdings zeichnet sich eine Renaissance des klassischen Tankwarts rund ums Auto mit alten und neuen Aufgaben ab.
Pannendienst und Abschleppunternehmen kümmern sich um gestrandete und falsch geparkte Autos. Autoverkäufer und Gebrauchtwagenhändler bringen neue Fahrzeuge an den Mann und an die Frau. Gepflegtes Auftreten, Redegewandtheit und Glaubwürdigkeit zählen hier zu den Tugenden des Verkäufers. Gerade der Gebrauchtwagenmarkt wird immer stärker online im Internet abgewickelt. Das gilt inzwischen auch für den Privatverkauf.
Am Ende wandert jedes gekaufte Auto in die Schrottpresse, nachdem der Schrotthändler zuvor alles demontiert hat was noch verkäuflich scheint. Der Handel mit gebrauchten Ersatzteilen boomt.
Neben Eisenbahn, Flugzeug und Schiff ist der Lastwagen immer noch wichtigstes Transportmittel für Güter aller Art. Fernfahrer sind für Fuhrunternehmen und Speditionen in ganz Europa unterwegs. Bis nach Afrika und Asien geht die weite Reise dieser “Kapitäne der Landstraße”, denen Manfred Krug in der Fernfahrerserie “Auf Achse” ein bleibendes Denkmal gesetzt hat.
Rund ums Auto geht es weiter. Autos dienen aber auch dem Transport von Menschen. Linienbusse und Straßenbahnen prägen den öffentlichen Nahverkehr in den Städten. Reisebusse bringen Ausflügler und Urlauber sicher an ihr Ziel. Und Taxifahrer schalten rund um die Uhr die Taxameter an.
Rund ums Auto geht es bunt zu. Dazu zählen natürlich auch Kurierfahrer, die Päckchen, Geschäftsunterlagen, Arzneimittel oder Pizza Hawaii ausliefern.
Fahrschullehrer und Autoversicherer, Parkhaus- und Garagenbetreiber, Parkpatzwächter und Raststättenangestellte, Campingplatzbetreiber, Autobahnpolizisten und Mitarbeiter von Ordnungsämtern, die “Knöllchen” verteilen, gehören auch noch dazu. Und last not least hängen der Straßen- und der Brückenbau, einschließlich Wartung und Überwachung, ebenfalls am Autobau. Rund ums Auto dreht sich in Deutschland wirklich allerhand.
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