Ein kleines und kurzes Wort, dass es aber in sich hat. Jeder Mensch verbringt summarisch einige Monate mit dem zwischenmenschlichen Kommunizieren am Telefon. Beziehungen entstehen und enden mit ihm, Heiratsanträge werden über den Hörer übermittelt, millionenschwere Geschäfte werden abgewickelt, freudige und auch traurige Nachrichten an ihm übermittelt und ganze Lebensgeschichten in den Hörer geredet.
Das Telefon hat sich in seiner mehr als 150 Jahre langen Geschichte zu einer medialen Instanz entwickelt.
Die Wurzeln des heutigen Telefons sind um 1670 zu suchen. Zu damaligen Zeit versuchte der Londoner Samuel Moreland mit einem trompeten-artigen Instrument die Sprachübertragung durch nicht elektrische Signale. Hundert Jahre Später wurde diese Idee erneut aufgegriffen, konnte sich aber wieder nicht durchsetzen. Die sich noch in den Kinderschuhen befindliche Idee gelangte aber noch nicht zur Marktreife – die nicht vorhandene Sprachqualität war maßgeblich daran schuld.
Diese erste praktische Anwendung begann Anfang des 19. Jahrhundert. Ab dieser Zeit wurden Sprechrohrleitungen dann für lange Zeit in der Dampfschifffahrt eingesetzt.
Die eigentliche Geschichte des Telefons beginnt 1837, mit der Konstruktion des Morsetelegraphen durch den US-Amerikaner Samuel Finley.
Dadurch wurde die wichtigste Grundlage für das spätere Telefon entwickelt: Die elektrische Signalübermittlung. Ab da an gab es die verschiedensten Ideen, wie die etablierte Technik der Telegraphie ergänzt werden könnte. In den kommenden Jahren folgten Erfindungen von praktisch funktionierenden Telefonen, unter anderem von Tivadar Puskás, Antonio Meucci, Philipp Reis, Elisha Gray und Alexander Graham Bell.
Von diesen Pionieren konnte jedoch nur Alexander Bell das Telefon über die Laborapparatur hinaus, als funktionierendes Gesamtsystem zur Marktreife zu bringen – erstmals geschehen um 1876 in Boston (Massachusetts).
Viel hat sich getan seit dem. Die Entwicklung des Telefons war nie wirklich abgeschlossen, sondern ein stetiger Prozess der Verbesserung und Weiterentwicklung. ISDN-Anschluss inklusive mehrerer Hausanschlüsse, Anrufbeantworter, tragbare Telefongeräte, Drucktasten statt der Wählscheibe, Internet über die Telefonleitung, polyphone Klingeltöne, Telefone im Miniaturformat, Glasfaserkabel, riesige Telefonunternehmen die zig Millionen an Telefonanschlüssen betreuen, globale Entwicklung und Verbreitung der Technologie, Video-Telefone bis hin zur heutigen Entwicklung der VoIP-Telefonie. All das hätte sich Alexander Bell mit Sicherheit nicht träumen lassen.
Das Telefon, oder vielmehr der Gedanke dahinter: Ortsunabhängige Sprachkommunikation zwischen mehreren Personen, war immer Teil unserer Gesellschaft und wird es auch bleiben. Könnten sie sich ein Leben ohne Telefone vorstellen? Allein der Gedanke, dass man ohne Handy “überleben” kann, wird von vielen Handyfreunden vehement verleugnet. Die heutige Auswahl an Telefonen und Handys ist riesig und nahezu unüberschaubar. Modische Lifestyle-Telefone, Handys mit mannigfaltigen Softwarefeatures und noch vieles mehr.
Man darf gespannt sein, wo die Entwicklung hin gehen wird.
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